Die Früchte der Digitalisierung sind noch unreif

Die Früchte der Digitalisierung sind noch unreif

Publiziert am Autor: Mario Walser

Die Digitalisierung der Beschaffung bleibt gemäss einer weltweiten Umfrage ­unter Führungskräften hinter den wahrgenommenen Fortschritten zurück. ­Die digitale Transformation scheitert oft am unzureichenden Onboarding der Lieferanten und an einer geringen Benutzerakzeptanz. Durchgeführt wurde die Befragung von Forrester Consulting.

In einer weltweiten Umfrage wurden über 400 Führungskräfte aus den Bereichen Supply Chain, Beschaffung und Finanzen nach dem Status der digitalen Transformation, den aufgetretenen Hindernissen und den Erfolgsfaktoren befragt.

Eigener Entwicklungsstand unklar

Die von Forrester Consulting im Auftrag von Ivalua durchgeführte Studie nutzt einen digitalen Reifegradindex, um Struktur, Strategie, Prozesse, Kennzahlen und Technologien von Unternehmen zu bewerten. So konnte der tatsächliche digitale Reifegrad bestimmt werden. Überraschenderweise überschätzten die meisten Unternehmen ihren Entwicklungsstand deutlich: Nur 16 Prozent der Beschaffungsabteilungen verfügen über einen hohen Grad an digitaler Reife mit entsprechenden Wett­bewerbsvorteilen gegenüber ihren Konkurrenten; doch 65 Prozent sehen sich selbst als fortschrittlich.

«Procurement Manager können echte Wettbewerbsvorteile schaffen», sagt David Khuat-Duy, Corporate CEO von Ivalua. «Die digitale Transformation ist entscheidend für den Unternehmenserfolg. Sie erfordert aber eine realistische Einschätzung des aktuellen Reifegrades, eine klare Vision für jede Phase der Entwicklung und die richtige Technologie.»

Die Hindernisse, auf die die befragten Unternehmen stiessen, unterscheiden sich je nach Stadium der Transformation erheblich. Dies zeigt, dass die Technologie sowohl anhand der aktuellen als auch der ­zukünftigen Anforderungen bewertet werden muss. Zu Beginn der Reise sind mangelndes Budget und fehlende Unterstützung durch die Geschäftsleitung die Haupthindernisse, während weiter fortgeschrittene Unternehmen mit einer durchwegs schlechten Integration in ­ihren Source-­to-Pay-Systemen zu kämpfen ­haben. Die Studie zeigt, dass Unternehmen häufig unzureichende Technologieentscheidungen treffen und damit die digitale Transformation behindern. Mehr als drei Viertel (82 Prozent) haben ihren Anbieter bereits gewechselt oder denken über ­einen Wechsel nach. Die Hauptgründe sind ein schlechtes Onboarding der Lieferanten (30 Prozent) und eine geringe Benutzerakzeptanz (27 Prozent). Das rasche Onboarding von Lieferanten ist entscheidend für jede Technologieeinführung. Aber nur 17 Prozent der Unternehmen sind in der Lage, neue Lieferanten in weniger als ­einem Monat einzubinden, 59 Prozent benötigen zwischen einem und drei Monaten pro Lieferant.

«Um sicherzustellen, dass eine Technologie die Transformation der Beschaffung ermöglicht und nicht behindert, müssen Führungskräfte bei der Bewertung von ­Alternativen ihre aktuellen und zukünftigen Anforderungen berücksichtigen», ergänzt David Khuat-Duy. «Damit gewährleisten sie stetigen Fortschritt sowie die Fähigkeit, Wettbewerbsvorteile zu generieren.»